Solarstrom im Südkreis Osnabrück: Welche Gemeinde hat die meisten Solaranlagen pro Kopf?

Bad Laer führt die Solarsüdkreis-Liga mit rund 3.416 Watt installierter Solarleistung je Einwohner an, Hasbergen steht am Tabellenende und hat trotzdem die meisten neuen Anlagen. Wie das zusammenpasst, zeigt der Blick in das Marktstammdatenregister: Neun Gemeinden im Süden des Landkreises Osnabrück, 12.251 Anlagen, zusammen rund 186,9 Megawatt Spitzenleistung. Bei 113.400 Einwohnern sind das im Schnitt rund 1.648 Watt je Einwohner. Wer vorn liegt, hängt allerdings davon ab, was man zählt.

Die Hauptliga: Wer hat den meisten Solarstrom pro Einwohner?

Für die Hauptwertung zählt die gesamte Bruttoleistung aller Anlagen im Betrieb, vom Balkonkraftwerk bis zum Solarpark, geteilt durch die Einwohnerzahl. Wir nennen die Kennzahl „Solar-Power“, gemessen in kWp je 1.000 Einwohner.

Platz Kommune Solar-Power (kWp je 1.000 EW)
1 Bad Laer 3.416
2 Glandorf 3.150
3 Dissen am Teutoburger Wald 1.736
4 Bad Rothenfelde 1.613
5 Hilter am Teutoburger Wald 1.599
6 Hagen a.T.W. 1.515
7 Bad Iburg 1.515
8 Georgsmarienhütte 1.007
9 Hasbergen 983

Bad Laer und Glandorf liegen deutlich vor dem Rest. Hinter Platz 2 fällt der Wert fast um die Hälfte.

Bad Laer und Glandorf: Zwei Wege an die Spitze

Bad Laer baut ohne einen einzigen Solarpark. Die Leistung kommt von 14 Anlagen über 100 Kilowatt, die zusammen 18,2 Megawatt liefern, also 58 Prozent der Gesamtleistung. Allein die Ziegelei Feldhaus kommt mit zwei Anlagen auf 10,2 Megawatt, ein Gewächshaus steuert 4,19 Megawatt bei. Der Vorsprung auf Glandorf beträgt rund 8 Prozent. Sicher ist der erste Platz damit nicht, aber er ist verdient.

Glandorf hat vier Solarparks mit zusammen 8,25 Megawatt. Entscheidend ist: Ohne diese Parks läge Glandorf mit 2.263 Watt je Einwohner immer noch auf Platz 2. Auf den Dächern fallen vor allem landwirtschaftliche Gebäude auf, 167 Anlagen mit zusammen 9,07 Megawatt.

Bei der absoluten Leistung geht es noch enger zu. Bad Laer kommt auf 31.428 Kilowatt, Georgsmarienhütte auf 31.332. Der Abstand beträgt 96 Kilowatt, ungefähr zehn Einfamilienhausdächer.

Dissen und Bad Rothenfelde: Wenn ein Solarpark die Tabelle prägt

Dissen ist die beste Stadt der Liga, und der Aufstieg ist jung. Der Solarpark mit 3,03 Megawatt ging im Juni 2026 ans Netz, dazu kommen elf Dachanlagen über 100 Kilowatt auf Gewerbe- und Industriegebäuden mit zusammen 6,9 Megawatt, darunter Dachser, Fuchs und Hinghaus. Seit 2025 hat Dissen 786 Watt je Einwohner neu installiert, der höchste Wert im Südkreis. Ohne den eigenen Solarpark stünde die Stadt allerdings auf Platz 7.

Bad Rothenfelde zeigt die Gegenseite. Ein einziger Solarpark mit 7,69 Megawatt macht 58 Prozent der Gesamtleistung aus. Ohne ihn blieben 681 Watt je Einwohner, der niedrigste Wert der neun Gemeinden. Auf den Dächern liegt Bad Rothenfelde mit insgesamt 5,5 Megawatt hinten.

Hagen und Bad Iburg: Ein Fotofinish auf den Plätzen 6 und 7

Hagen kommt auf 1.515,3, Bad Iburg auf 1.514,6. Das liegt innerhalb der Rundungsunschärfe der Einwohnerzahlen. Rechnerisch reichen rund 7,4 Kilowatt zusätzlich, um die Reihenfolge zu drehen. Ein typisches Hausdach in Bad Iburg hat etwa 10 Kilowatt. Eine einzige neue Anlage kann also reichen.

Ohne Freiflächen kehrt sich das Bild um: Bad Iburg liegt dann mit 1.512 klar vor Hagen mit 1.405, denn Hagen hat einen Solarpark mit 1,46 Megawatt, Bad Iburg nur zwei kleine Freiflächenanlagen mit zusammen 24 Kilowatt.

Georgsmarienhütte: Die meisten Anlagen, aber die größte Stadt

Georgsmarienhütte hat mit 3.165 Anlagen fast doppelt so viele wie Hagen: 2.252 Dachanlagen und 912 Balkonkraftwerke. Pro Kopf reicht es trotzdem nur für Platz 8, denn mit 31.100 Einwohnern ist die Stadt mehr als doppelt so groß wie jede andere in der Liga. Deshalb vergleichen wir hier immer je Einwohner und nicht in absoluten Zahlen.

Die Dach-Liga: Wer liegt bei normalen Dächern vorn?

Solarparks und Großanlagen verzerren die Hauptliga. Deshalb gibt es eine zweite Wertung für das, was Hausbesitzer und Kleingewerbe selbst in der Hand haben: Dachanlagen bis 100 Kilowatt und Balkonkraftwerke. Vier Disziplinen, Platz 1 bringt 9 Punkte, Platz 9 einen Punkt:

Platz Kommune Punkte
1 Bad Laer 28
2 Hilter am Teutoburger Wald 26
3 Hasbergen 26
4 Glandorf 24
5 Hagen am Teutoburger Wald 24
6 Bad Iburg 20
7 Georgsmarienhütte 18
8 Dissen am Teutoburger Wald 8
9 Bad Rothenfelde 6

Bad Laer gewinnt auch hier. Glandorf holt die Einzelsiege bei Dach-Leistung (1.717 Watt je Einwohner) und Anlagendichte (112 je 1.000 Einwohner), ist aber bei Balkonkraftwerken Letzter mit 11 je 1.000 Einwohner. Hilter, fast ausschließlich Dächer ohne Freifläche, belegt Platz 2. Die Plätze 2 bis 5 liegen nur zwei Punkte auseinander. Im Zubau seit 2025 trennen Bad Laer und Hilter ganze 0,2 Watt je Einwohner. Wer hier „klar abgehängt“ sagt, rechnet falsch.

Dissen, Hauptliga-Dritter, ist in der Dach-Liga Achter. Beide Wertungen zusammen zeigen: Die Spitze der Hauptliga lebt zu einem großen Teil von Anlagen, die kein Privathaushalt baut.

Hasbergen: Rote Laterne, aber Aufsteiger

Hasbergen steht in der Hauptliga auf Platz 9, mit 982 Watt je Einwohner. Der Bestand ist historisch schwach. Doch seit Anfang 2025 sind dort 39,9 neue Anlagen je 1.000 Einwohner entstanden, der höchste Wert im Südkreis, vor Hagen mit 34,0 und Hilter mit 33,0. Bei den Balkonkraftwerken führt Hasbergen mit 34 je 1.000 Einwohner (369 Stück). Bei Dachanlagen bis 100 Kilowatt ist Hasbergens Zubau mit 271 Watt je Einwohner ebenfalls der höchste, knapp vor Bad Laer und Hilter.

Die Einschränkung gehört dazu: Bei der gesamten neu gebauten Leistung ist Hasbergen nur Vierter. Dissen, Glandorf und Bad Laer liegen dort vorn, getrieben von Solarpark und Großdächern. Wer die Frage stellt, wer im Alltag am schnellsten aufholt, landet trotzdem bei Hasbergen.

Was die Liga für Hausbesitzer bedeutet

Ein typisches Einfamilienhausdach hat rund 10 Kilowatt. Zwischen Platz 6 und 7 der Hauptliga entscheidet genau eine solche Anlage. Im Südkreis sind seit 2025 insgesamt 3.240 Anlagen mit 34.837 Kilowatt ans Netz gegangen. Das Register zeigt aber auch, wie viel Luft noch ist: Zwischen Bad Laer und Hasbergen liegen bei der Dach-Leistung mehr als 500 Watt je Einwohner. Welche Anlagengröße zum eigenen Dach passt, hängt an Fläche, Ausrichtung, Verschattung und Stromverbrauch.

Die Daten sind eine Momentaufnahme. Das Register wird laufend ergänzt, Nachmeldungen können einzelne Plätze verschieben, vor allem dort, wo der Abstand klein ist. Bei Hagen und Bad Iburg kann das schon ein einziges Dach sein.

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Bruttoleistung aller Solaranlagen mit Status In Betrieb (inkl. Freiflächen und Balkonkraftwerke). Quelle: Marktstammdatenregister, Stand 05.11.2026. Einwohnerzahlen gerundet.

PV im Südkreis Osnabrück

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