Solarstrom-Rekord 2026: Deutschland übertrifft schon im September die Jahresmenge von 2025

90,2 Terawattstunden Solarstrom bis zum 27. September 2026: Deutschland hat damit in knapp neun Monaten mehr Strom aus Photovoltaik erzeugt als im gesamten Jahr 2025 mit 90,0 Terawattstunden. Das meldet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis der Energy-Charts des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Der Solarstrom-Rekord 2026 hat zwei Ursachen: ungewöhnlich viele Sonnenstunden und der stetige Ausbau neuer Anlagen. Gleichzeitig steht die Förderung kleiner Dachanlagen vor einem Umbruch. Für Hausbesitzer und Unternehmen verschiebt sich damit die Frage, wie sich eine Solaranlage rechnet.

Die wichtigsten Fakten zum Solarrekord auf einen Blick

Kennzahl Wert Quelle
Solarstrom 2026 bis 27.09. 90,2 TWh BSW-Solar / Energy-Charts (Fraunhofer ISE)
Solarstrom gesamtes Jahr 2025 90,0 TWh BSW-Solar / Energy-Charts (Fraunhofer ISE)
Solarstrom gesamtes Jahr 2024 72,2 TWh Fraunhofer ISE
Gesetzliches Ausbauziel 2030 215 GW installierte PV-Leistung EEG 2023
Geplanter Förderstopp Neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 EEG-Novelle 2027 (Entwurf)

Der BSW-Solar hat den 27. September wegen des Rekords zum „Solar Day“ erklärt. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig fasst es so zusammen: Die Sonne habe schon im September mehr Strom geliefert als im gesamten Vorjahr.

Warum die Solarstromproduktion in Deutschland so stark wächst

Ein sonniges Jahr allein erklärt den Rekord nicht. Entscheidend ist die installierte Leistung, die seit Jahren kontinuierlich steigt. Laut Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur hat Deutschland Anfang 2025 die Marke von 100 Gigawatt installierter Photovoltaik überschritten. Seitdem kommen Monat für Monat neue Anlagen hinzu.

Der Zubau verteilt sich auf drei Bereiche:

    • Wohngebäude: Dachanlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern, zunehmend kombiniert mit Batteriespeicher, Wallbox oder Wärmepumpe.

    • Gewerbe: Hallendächer und Firmengebäude, bei denen der Strom tagsüber direkt im Betrieb verbraucht wird.

    • Freiflächen: Großanlagen, die den Großteil der zusätzlichen Leistung ins Netz einspeisen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie schnell das geht. 2024 lag die Solarstromerzeugung nach Fraunhofer-Angaben noch bei rund 72 Terawattstunden. Ein Jahr später waren es 90. Und 2026 ist diese Menge erreicht, bevor das letzte Quartal beginnt. Solarenergie ist, wie der BSW-Solar formuliert, längst keine Nischentechnologie mehr.

Batteriespeicher: Der Engpass liegt nicht mehr bei der Erzeugung

Mit wachsender Solarleistung verschiebt sich das Problem. An sonnigen Mittagen erzeugen die Anlagen oft mehr Strom, als das Netz gerade aufnehmen kann. Die Börsenstrompreise fallen dann zeitweise ins Negative. Abends, wenn der Verbrauch in den Haushalten steigt, liefert die Sonne nichts mehr.

Genau hier setzen Batteriespeicher an. Sie verschieben Solarstrom vom Mittag in den Abend und erhöhen den Anteil, den ein Haushalt selbst nutzt. Der BSW-Solar hebt ausdrücklich hervor, dass Speicher an Bedeutung gewinnen. Der Gesetzgeber hat diesen Kurs bereits vorgezeichnet: Seit dem Solarspitzengesetz vom Februar 2025 erhalten neue Anlagen für Zeiten mit negativen Strompreisen keine Einspeisevergütung, und ohne Smart Meter ist die Einspeisung neuer Anlagen auf 60 Prozent der Modulleistung begrenzt.

EEG-Novelle 2027: Was sich für kleine Solaranlagen ändern soll

Trotz des Rekords warnt die Branche vor neuen Hürden. Mit der geplanten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und dem sogenannten Netzpaket will die Bundesregierung den Zubau stärker regional steuern. Der für Privathaushalte wichtigste Punkt: Neue Solaranlagen mit weniger als 25 Kilowatt installierter Leistung sollen ab 2027 keine dauerhafte Förderung mehr erhalten. Das betrifft nahezu jede typische Dachanlage auf einem Einfamilienhaus.

Der BSW-Solar sieht darin ein Risiko für die Investitionsbereitschaft von Bürgern und Unternehmen. Nach aktuellem Stand handelt es sich um Pläne, die das parlamentarische Verfahren noch durchlaufen müssen. Details wie Stichtage und Übergangsregeln können sich bis zur Verabschiedung ändern.

Was bedeutet das für Hausbesitzer konkret?

Bereits heute verdient eine Dachanlage ihr Geld vor allem über den Eigenverbrauch, nicht über die Einspeisung. Haushaltsstrom aus dem Netz kostet ein Mehrfaches dessen, was die Einspeisevergütung pro Kilowattstunde bringt. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart also deutlich mehr, als eine eingespeiste einbringt.

Fällt die Vergütung für neue Kleinanlagen weg, wird diese Rechnung noch wichtiger. Drei Punkte entscheiden dann über die Wirtschaftlichkeit:

    1. Eigenverbrauchsquote: Wie viel des erzeugten Stroms nutzt der Haushalt selbst?

    1. Speichergröße: Passt der Batteriespeicher zum Verbrauch am Abend und in der Nacht?

    1. Sektorkopplung: Laden E-Auto und Wärmepumpe bevorzugt dann, wenn die Anlage Strom liefert?

Wer eine Anlage noch unter den heutigen Bedingungen in Betrieb nimmt, sichert sich die Einspeisevergütung für 20 Jahre. Für Anlagen, die 2026 ans Netz gehen, gelten die aktuellen Regeln nach heutigem Stand weiter.

Ausblick: Wohin sich der Solarmarkt entwickelt

Das EEG 2023 sieht bis 2030 eine installierte Photovoltaikleistung von 215 Gigawatt vor, ab 2026 mit einem jährlichen Zubau von 22 Gigawatt. Der Rekord 2026 zeigt, dass die Erzeugung mitwächst. Die politische Debatte dreht sich deshalb weniger um das Ob als um das Wie: Wo entstehen Anlagen, wie werden die Netze entlastet, und wie viel Förderung braucht eine Technik, die sich zunehmend selbst trägt?

Für Eigentümer folgt daraus eine klare Richtung. Die Solaranlage der Zukunft ist kein Einspeisekraftwerk mehr, sondern ein Baustein im eigenen Energiesystem, zusammen mit Speicher, Wallbox und Wärmepumpe. Wer so plant, ist von Änderungen bei der Einspeisevergütung deutlich weniger abhängig.

Häufige Fragen zum Solarstrom-Rekord 2026

Wie viel Solarstrom hat Deutschland 2026 erzeugt? Bis zum 27. September 2026 waren es 90,2 Terawattstunden. Das ist mehr als im gesamten Jahr 2025 (90,0 TWh). Die Daten stammen aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE, veröffentlicht vom BSW-Solar.

Warum ist 2026 ein Rekordjahr für Solarstrom? Zwei Faktoren kommen zusammen: überdurchschnittlich viele Sonnenstunden und der kontinuierliche Ausbau neuer Photovoltaikanlagen auf Wohnhäusern, Gewerbedächern und Freiflächen.

Gibt es ab 2027 noch eine Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen? Nach den Plänen der Bundesregierung sollen neue Anlagen unter 25 Kilowatt ab 2027 keine dauerhafte Förderung mehr erhalten. Die EEG-Novelle ist noch nicht verabschiedet, Details können sich ändern.

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage ohne Einspeisevergütung? In vielen Fällen ja, weil der Eigenverbrauch den größten Teil der Ersparnis ausmacht. Entscheidend sind Verbrauchsprofil, Speichergröße und die Kombination mit E-Auto oder Wärmepumpe.

Fazit

Der Solarstrom-Rekord 2026 belegt, wie weit die Photovoltaik in Deutschland inzwischen gekommen ist: 90,2 Terawattstunden vor Ende September, mehr als im gesamten Vorjahr. Gleichzeitig ändern sich die Spielregeln. Die geplante EEG-Novelle nimmt kleinen Neuanlagen die dauerhafte Förderung, der Fokus rückt auf Eigenverbrauch und Speicher. Wer jetzt plant, sollte seine Anlage genau darauf auslegen.

Evergreen Energiesysteme berechnet, wie sich eine Photovoltaikanlage mit Speicher für Ihr Haus oder Ihren Betrieb unter den aktuellen und den geplanten Regeln rechnet. Das Beratungsgespräch ist kostenlos.


Quellen: 

    • Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), Mitteilung zum Solarrekord und „Solar Day“, September 2026: solarwirtschaft.de

    • Fraunhofer ISE, Energy-Charts: energy-charts.info

    • Fraunhofer ISE, Öffentliche Nettostromerzeugung in Deutschland 2024: ise.fraunhofer.de

    • Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister: marktstammdatenregister.de

    • tagesschau.de, „Rekord bei Solarstromproduktion“, 28.09.2026

Disclaimer: Bei Recherche, Faktencheck und Rechtschreibung sowie Grammatik-Prüfung hat eine KI unterstützt

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