Wärmewende mit Hindernissen: Allianz-Studie deckt Schwachstellen im deutschen Wärmepumpenmarkt auf

Die Untersuchung wurde von der volkswirtschaftlichen Forschungseinheit der Allianz-Gruppe durchgeführt. Federführend waren Katharina Utermoehl (Head of Thematic & Policy Research) und Patrick Hoffmann (Economist ESG & AI), zwei profilierte Ökonomen mit Fokus auf Klimapolitik und Nachhaltigkeit. Die Studie fußt auf einem breiten Datensatz aus nationalen Energie- und Emissionsstatistiken, Marktbeobachtungen sowie ökonomischen Modellierungen.


Zentrale Erkenntnisse der Allianz-Studie

1. Gebäudesektor als Klimabremse

Der Gebäudesektor verursacht 21 % der deutschen Treibhausgasemissionen – und verfehlt seine Klimaziele deutlich. Für das Jahr 2025 wird ein Überschreiten des sektoralen Emissionsbudgets um 40 % prognostiziert.

2. Wärmepumpen: Technologisch überlegen – ökonomisch gebremst

In Neubauten liegt der Wärmepumpenanteil bereits bei über 67 %. Doch im Bestand dominieren nach wie vor Gasheizungen – mit 61 % aller Modernisierungsmaßnahmen im Jahr 2024. Der Marktanteil der Wärmepumpe in der Gesamtzahl aller Heizsysteme lag zuletzt bei nur 4,1 %.

3. Kosten als Hauptbarriere

Eine typische Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet in Deutschland rund 30.000 Euro – mehr als doppelt so viel wie in Großbritannien. Selbst nach Abzug von Fördermitteln (30–70 %) verbleibt für viele Haushalte eine Eigenbeteiligung von 9.000 bis 12.000 Euro. Das stellt für die fast 30 % der Haushalte mit einem Nettovermögen unter 10.000 Euro eine kaum überwindbare Hürde dar.

4. Strompreise hemmen Wirtschaftlichkeit

Ein zentrales Hemmnis ist das Verhältnis von Strom- zu Gaspreisen, das in Deutschland teils bei 4:1 lag. Erst bei einer Reduktion auf etwa 2:1 würde sich der Betrieb einer Wärmepumpe für die Mehrheit der Haushalte rechnen. Eine entsprechende Preisanpassung könnte laut KfW die Verkaufszahlen verdoppeln.

5. Subventionspolitik begünstigt Gutverdienende

Da die Förderung prozentual am Investitionsvolumen bemessen wird, profitieren vor allem einkommensstarke Haushalte mit teureren Systemen. Dies verschärft soziale Ungleichheiten und verzerrt Marktpreise – so die Analyse der Allianz-Ökonomen.


Handlungsempfehlungen: Was jetzt geschehen muss

Die Studie formuliert konkrete politische Vorschläge, um die Wärmepumpe massenmarktfähig zu machen:

  • Einführung einkommensabhängiger Pauschalförderungen statt prozentualer Zuschüsse
  • Senkung der Mehrwertsteuer auf Wärmepumpen, analog zum britischen Modell
  • Stärkung des Handwerkssektors durch Ausbildungsinitiativen und Anerkennung ausländischer Fachkräfte
  • Abbau fossiler Subventionen in Höhe von über 40 Milliarden Euro jährlich
  • Klarer gesetzlicher Rahmen ohne politische Volten, um Planungssicherheit für Investoren und Verbraucher zu schaffen

Fazit: Wärmewende sozial und wirtschaftlich flankieren

Die Allianz-Studie zeigt unmissverständlich: Wärmepumpen sind essenziell für Deutschlands Klimaziele. Doch ohne marktwirtschaftlich faire und sozial gerechte Rahmenbedingungen droht die Wärmewende zur Wohlstandswende für Wenige zu werden. Eine sozial ausgewogene, planungssichere und energetisch fundierte Förderpolitik ist der Schlüssel, um das enorme Potenzial dieser Technologie zu heben – nicht nur für das Klima, sondern auch für die Resilienz des Energiemarkts und die Unabhängigkeit von fossilen Importen.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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