Pylontech Force H3X: Das neue All-in-One-Speichersystem im Praxis-Check

Mit dem Force H3X bringt Pylontech ein Produkt auf den Markt, das im Portfolio des Herstellers bislang gefehlt hat: das erste komplette All-in-One-System, bei dem Batteriespeicher und Wechselrichter aus einer Hand kommen. Vorgestellt wurde der Force H3X auf einer Fachmesse von Ralf, der bei Pylontech das Europageschäft für Produkte und Lösungen verantwortet. Für Installationsbetriebe und Anlagenplaner ist vor allem eine Frage entscheidend: Was kann das System technisch leisten, und wo liegen aktuell noch seine Grenzen?

Ein Turm, ein Wechselrichter, kein Verkabelungsaufwand

Der Force H3X besteht aus stapelbaren Modulen, die einfach aufeinandergesteckt werden. Auch der obere Abschluss des Turms wird nur aufgesetzt, ohne zusätzliche Verschraubung oder Verkabelung. Damit reduziert sich die Inbetriebnahmezeit gegenüber klassischen Speichersystemen mit separatem Wechselrichter erheblich. Jedes Modul basiert auf der bekannten H3-Batteriezellchemie von Pylontech und liefert 5 Kilowattstunden Kapazität.

Einphasig oder dreiphasig: zwei Systemvarianten

Der Force H3X ist in zwei Ausführungen erhältlich. Die einphasige Variante richtet sich an kleinere Haushalte, die dreiphasige Variante lässt sich mit bis zu sieben Modulen bestücken. Bei sieben gestapelten 5-kWh-Modulen ergibt das 35 Kilowattstunden Speicherkapazität pro Turm – für ein Einfamilienhaus mit hohem Eigenverbrauch, Wärmepumpe und E-Auto ist das ein Wert, mit dem sich auch mehrere sonnenarme Tage überbrücken lassen.

Drei MPP-Tracker, sechs Strings, 24 Kilowatt Peak

Für die PV-Anbindung stehen drei MPP-Tracker zur Verfügung, an die sich insgesamt sechs Strings anschließen lassen; über Y-Stecker sind auch mehr Modulstränge möglich. Bemerkenswert ist die Auslegung der Tracker: Sie sind bewusst überdimensioniert. Wer alle drei Tracker nutzt, kann PV-Module mit bis zu 24 Kilowatt Peak-Leistung anschließen. Und selbst wer nur zwei der drei Tracker belegt, erreicht laut Ralf noch die vollen 18 Kilowatt Systemleistung, weil die einzelnen Tracker zusätzlich einzeln überlastbar sind. Für die Planung bedeutet das mehr Spielraum bei der Modulauswahl, ohne dass ein vierter Tracker notwendig wird.

Eigenes Energiemanagement für die §14a-Anforderungen

Der Force H3X bringt ein eigenes Home Energy Management System mit. Es kommuniziert per Wireless-Modbus mit einer Wallbox und kann deren Ladeleistung steuern. Das ist mit Blick auf Paragraph 14a des Energiewirtschaftsgesetzes kein Nebendetail: Netzbetreiber dürfen steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie eine 11-kW-Wallbox im Bedarfsfall abregeln, und genau diese Funktion deckt das integrierte Energiemanagement ab. Zwei Funktionen fehlen dem System nach aktuellem Stand noch: bidirektionales Laden und eine MID-Eichung für die eichrechtskonforme Abrechnung. Laut Ralf arbeitet Pylontech an der Erweiterung um bidirektionales Laden; einen Zeitpunkt für die Markteinführung nannte er nicht.

1C-Batterie und Notstrom in 10 Millisekunden

Die Batteriemodule arbeiten mit 1C, das heißt: Lade- und Entladeleistung entsprechen sich. Bei voll aufgestecktem System stehen 18 Kilowatt Ladeleistung zur Verfügung – genug, um ein Einfamilienhaus vollständig zu versorgen und gleichzeitig einen Puffer für das Laden eines E-Autos zu behalten. Bei einem Netzausfall schaltet der Force H3X laut Herstellerangabe innerhalb von 10 Millisekunden in den Ersatzstrombetrieb um. Ein separater Abgang auf der Anschlussseite des Geräts ermöglicht die Versorgung eines eigenen Stromkreises im Notstromfall.

Verfügbarkeit: sofort lieferbar

Anders als bei vielen Messeneuheiten, bei denen zwischen Vorstellung und Marktverfügbarkeit mehrere Monate liegen, ist der Force H3X ab sofort verfügbar. Installationsbetriebe können das System direkt bei den bekannten Pylontech-Distributoren und Partnern beziehen; es ist dort auf Lager.

Einordnung für die Praxis

Für Betriebe, die aktuell §14a-konforme Speicherlösungen mit Wallbox-Anbindung planen, schließt der Force H3X eine Lücke: Batterie, Wechselrichter und Lastmanagement kommen aus einem System, was den Planungs- und Inbetriebnahmeaufwand reduziert. Wer auf bidirektionales Laden oder eine geeichte Messung für Vehicle-to-Home-Anwendungen angewiesen ist, muss die weitere Produktentwicklung von Pylontech im Blick behalten. Angesichts der Entwicklungsgeschwindigkeit, die der Hersteller in den vergangenen Jahren gezeigt hat, ist mit einer zeitnahen Erweiterung des Funktionsumfangs zu rechnen.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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