Vom Vertrieb zum Marktführer: Unser Geschäftsführer Igor Lang im Podcast „Bock auf Business“

Unser Geschäftsführer Igor Lang war zu Gast im Podcast „Bock auf Business“ von Dirk Halfar. Wir bedanken uns bei Dirk Halfar herzlich für die Einladung und das offene Gespräch. Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Photovoltaik-Technik als die Frage, wie aus einem Vertriebler ohne Handwerksausbildung innerhalb von drei Jahren der Marktführer für Photovoltaik und Wärmepumpen im Raum Osnabrück wurde. Für Unternehmer im Energiehandwerk liefert das Gespräch handfeste Anhaltspunkte, an welchen Stellen Wachstum tatsächlich entsteht – und wo die meisten Betriebe stecken bleiben.

Vom Haustürvertrieb zur Gründung

Igor Lang kommt aus dem klassischen Vertrieb: Strom- und Gasverträge an der Haustür, später Glasfaser, dann Photovoltaik als Handelsvertreter für mehrere Betriebe. Die Selbständigkeit kam nicht aus einer Marktlücke, sondern aus Frust an fehlendem Einfluss. Er konnte verkaufen, durfte aber nicht mitentscheiden, wie die Betriebe intern arbeiteten. Was fehlte, war die Handwerkskomponente – wer die Ware beschafft und die Anlagen verbaut.

Die Lösung war pragmatisch: eine Stellenanzeige für einen Elektromeister, zwölf Bewerbungen, ein Zuschlag. Im März/April 2023 gründete Igor Lang zusammen mit seiner heutigen Frau Vanessa unser Unternehmen, die Evergreen Energiesysteme GmbH, in Wallenhorst bei Osnabrück. Heute beschäftigen wir knapp 30 Mitarbeiter und sind nach eigenen Angaben Marktführer im Landkreis, mit Kundengebiet bis nach Münster, Bielefeld, Hannover und Bremen. Monatlich realisieren wir 30 bis 40 Photovoltaikanlagen und 10 bis 15 Wärmepumpen.

Der unterschätzte Faktor: Mitarbeiter

Auf die Frage, was er als jungen Unternehmer am meisten unterschätzt hat, nennt Igor Lang im Podcast ohne Umschweife das Thema Personal. Mitarbeiter zu finden, die richtigen einzustellen und sie zu halten, sei schwieriger gewesen als jede technische oder betriebswirtschaftliche Herausforderung. Die hohe Fluktuation im Vertrieb verschärft das zusätzlich.

Die Antwort darauf war kein Trick, sondern eine Verschiebung der Haltung. Am Anfang eines Unternehmens ist man auf jeden Auftrag und jede Einstellung angewiesen, entsprechend nachgiebig verhält man sich im Bewerbungsgespräch. Mit wachsender Auftragslage kehrt sich das um: Wer im Gespräch zuerst nach Gehalt und Urlaubstagen fragt, statt nach dem Job selbst, bekommt bei uns heute keine Zusage mehr. Wir rekrutieren deshalb durchgehend, ohne Unterbrechung, mit dem Ziel, jede Woche neue Bewerber zu sprechen – unabhängig davon, ob aktuell eine Stelle offen ist.

Für die Führung im Alltag beschreibt Igor Lang ein Prinzip, das er selbst „die Leine kürzer ziehen“ nennt: klare Regeln, klare Konsequenzen, notfalls eine schriftliche Abmahnung, wenn wiederholte Ansagen nicht ankommen. Kontrolle wird dabei nicht als Misstrauen verstanden, sondern als Fairness gegenüber dem Team – wer sich an Absprachen hält, soll nicht schlechter dastehen als jemand, der es nicht tut. Konkret bedeutet das messbare Prozesse: Unsere Telefonistinnen führen Strichlisten über Anrufversuche und vereinbarte Termine, Führungskräfte werden darauf überprüft, ob sie ihre eigenen Mitarbeitergespräche führen.

Vom Verkäufer zum Dirigenten

Der zweite große Umbruch betrifft die eigene Rolle unseres Geschäftsführers. Die ersten zwei Jahre war Igor Lang selbst im Vertrieb aktiv, ging zu Kunden, verkaufte Anlagen. Inzwischen hat er sich aus dem operativen Verkauf weitgehend zurückgezogen und beschreibt seine heutige Aufgabe so: nicht mehr selbst ein Instrument spielen, sondern als Dirigent erkennen, wo im Unternehmen es gerade klemmt – und die Lösung dann bewusst dem jeweiligen Team überlassen, statt sie selbst zu übernehmen.

Diesen Übergang empfindet er als schwieriger als erwartet. Wer über Jahre operativ eingebunden war, ertappt sich dabei, Aufgaben weiterzuführen, die längst delegiert sein sollten – aus Gewohnheit, nicht aus Notwendigkeit. Eine Selbsthilfe, die er im Podcast beschreibt: die eigenen Tätigkeiten regelmäßig aufschreiben und ehrlich prüfen, was davon tatsächlich nur er selbst erledigen kann. Den Recruitingprozess führt Igor Lang deshalb bewusst weiterhin persönlich, weil er die Entscheidung über neue Teammitglieder aktuell noch selbst treffen möchte. Kalkulationen und Dokumentationen hat er dagegen bereits vollständig abgegeben.

Was das für andere Handwerksbetriebe bedeutet

Zwei Aussagen aus dem Gespräch lassen sich unmittelbar auf andere Betriebe im Energiehandwerk übertragen. Erstens: Wachstum hängt stärker an der Fähigkeit, kontinuierlich gute Mitarbeiter zu finden, als an der Auftragslage selbst. Ein durchgehender Recruitingprozess statt punktueller Stellenausschreibungen verschafft einen strukturellen Vorteil, den viele Betriebe ungenutzt lassen. Zweitens: Der Punkt, an dem ein Geschäftsführer vom Ausführenden zum Organisierenden wird, kommt später und schwerer als geplant. Igor Lang selbst hatte vor, nach zwei Jahren „raus“ zu sein – tatsächlich beschreibt er diesen Wandel erst jetzt, im dritten Jahr, als spürbaren persönlichen Lernprozess.

Ausblick

Wir denken aktuell über Expansion nach, ohne bereits eine feste Entscheidung getroffen zu haben. Parallel treiben wir die Digitalisierung und Automatisierung interner Prozesse voran, etwa im Recruiting, überlassen die konkrete technische Umsetzung mittlerweile aber gezielt spezialisierten Mitarbeitern. Für ein Unternehmen, das erst 2023 gegründet wurde und heute Marktführer in seiner Region ist, liegt der nächste Schritt weniger im Wachstum der Auftragszahlen als in der Frage, wie sich Strukturen und Führung mit dem Unternehmen mitentwickeln.

Wir danken Dirk Halfar noch einmal herzlich für die Einladung zu diesem offenen Gespräch. Das vollständige Interview ist im Podcast „Bock auf Business“ nachzuhören.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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