Photovoltaik Laatzen: Stadt nimmt bislang größte städtische Solaranlage auf Feuerwehrhaus in Betrieb

Mit der neuen Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrhaus Gleidingen/Rethen setzt die Stadt Laatzen ein deutliches Zeichen für den kommunalen Klimaschutz. Photovoltaik in Laatzen erreicht damit eine neue Dimension: Die Anlage übertrifft den Strombedarf des Standorts rechnerisch um mehr als das Doppelte und markiert einen zentralen Baustein der städtischen Solaroffensive. Entscheidend ist dabei nicht allein die installierte Leistung, sondern die strategische Ausrichtung kommunaler Liegenschaften auf eine zukunftsfähige Energieversorgung.

Kontext und Bedeutung der neuen Anlage

Auf den rund 1.400 Quadratmeter großen Pultdachflächen des Feuerwehrhauses wurden 337 Solarmodule installiert, die zusammen eine Leistung von 153 Kilowatt-Peak erreichen. Ergänzt wird das System durch einen Batteriespeicher mit 33,2 kWp. Der Autarkiegrad liegt bei rund 72 Prozent – ein Wert, der die wirtschaftliche und energetische Tragfähigkeit der Anlage unterstreicht. Vor diesem Hintergrund kann die Anlage den bisherigen Jahresstrombedarf des Gebäudes von rund 61.000 kWh rechnerisch um mehr als 200 Prozent decken.

Gerade für sicherheitsrelevante Infrastruktur wie die Feuerwehr ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen: Klimaschutzziele werden vorangetrieben, ohne die Versorgungssicherheit zu kompromittieren. Wichtige Systeme und Ladestrukturen, die rund um die Uhr verfügbar sein müssen, lassen sich so deutlich unabhängiger von Energiepreisschwankungen betreiben.

Förderstruktur und kommunale Investition

Die Gesamtinvestition der Stadt Laatzen beläuft sich auf rund 134.000 Euro. Über das „Unterstützungsmodell PV“ der Region Hannover flossen zusätzlich 26.150 Euro an Fördermitteln in das Projekt. Das Modell entlastet Kommunen bei knappen Planungsressourcen, indem externe Dienstleister Machbarkeitsprüfung und Vergabevorbereitung übernehmen.

In der Praxis zeigt sich, dass dieser Ansatz Tempo in den kommunalen Photovoltaikausbau bringt: In den vergangenen zwei Jahren wurden auf diesem Weg sechs Anlagen in sechs Kommunen mit rund 100.000 Euro gefördert und damit etwa 420 kWp Leistung installiert. Fünf weitere Projekte befinden sich in der Planungsphase.

Photovoltaik in Laatzen: Eine wachsende Bilanz

Die Anlage am Feuerwehrhaus reiht sich in eine Reihe bereits umgesetzter Projekte ein. Zu den vorhandenen städtischen PV-Anlagen zählen unter anderem:

  • Anbau der Grundschule Rethen (28,8 kWp)
  • Henry-Korman-Haus der Albert-Einstein-Schule (9,88 kWp)
  • Erich-Kästner-Schulzentrum (71,25 kWp)
  • Kindertagesstätten Würzburger Straße, Pinienweg und St. Gertruden (insgesamt rund 49 kWp)

Inklusive der neuen Anlage erreicht die Stadt damit eine installierte Leistung von rund 312 kWp auf städtischen Gebäuden. Weitere Standorte wie die Grundschulen Ingeln-Oesselse und Im Langen Feld sowie das Feuerwehrhaus Ingeln-Oesselse befinden sich bereits in der Umsetzung. Für den Ausbau weiterer Anlagen hat die Stadt im Haushalt 2025 bis 2028 insgesamt 1,25 Millionen Euro vorgesehen.

Strategische Einordnung für Kommunen und Unternehmen

Aus wirtschaftlicher Sicht zeigt das Laatzener Vorgehen, wie kommunale Liegenschaften systematisch zu Energieproduzenten umgewandelt werden können. Entscheidend ist dabei die einzelfallbezogene Prüfung jeder Dachfläche – auf Basis des Solarkatasters, der statischen Voraussetzungen, der Ausrichtung sowie geplanter Sanierungen. Pauschale Lösungen greifen in der Praxis selten, da gerade auf Bestandsgebäuden technische und bauliche Restriktionen die Wirtschaftlichkeit maßgeblich beeinflussen.

Für Unternehmen und Immobilieneigentümer lassen sich daraus belastbare Schlüsse ziehen: Großflächige Dächer auf Gewerbe-, Logistik- oder Verwaltungsgebäuden bergen oft erhebliche Erzeugungspotenziale, die in Kombination mit Speicherlösungen einen hohen Eigenverbrauchsanteil ermöglichen. Gleichzeitig darf nicht unterschätzt werden, dass eine fundierte Machbarkeitsprüfung über die langfristige Rentabilität entscheidet.

Zukunftsperspektive: Photovoltaik als Säule kommunaler Klimastrategien

Die Entwicklung in Laatzen deutet darauf hin, dass kommunale Photovoltaikprojekte zunehmend von Einzelmaßnahmen zu strategischen Portfolioansätzen reifen. Langfristig betrachtet wird der systematische Ausbau städtischer Dachflächen einen messbaren Beitrag zur Klimaneutralität leisten – vorausgesetzt, Förderstrukturen, Planungskapazitäten und politischer Wille bleiben aufeinander abgestimmt.

Für die Energiewende auf kommunaler Ebene gilt: Die Kombination aus Eigenverbrauch, Speicherintegration und gezielter Förderung schafft jene wirtschaftliche Basis, die Photovoltaik dauerhaft zur tragenden Säule der Stromversorgung macht.

Fazit

Mit der bislang größten städtischen PV-Anlage auf dem Feuerwehrhaus Gleidingen/Rethen treibt Laatzen den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent voran. Photovoltaik in Laatzen wird damit nicht nur sichtbarer, sondern auch strategisch tiefer in der kommunalen Infrastruktur verankert. Die Inbetriebnahme ist für Ende des zweiten Quartals 2026 vorgesehen.

Quelle: Stadt Laatzen – Klimaschutz auf dem Dach

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