SigenFlux: Sigenergy bringt eine Wärmepumpe — und meint es ernst mit dem vernetzten Energiesystem

Auf der Intersolar 2026 im München in der vergangenen Woche hat Sigenergy überraschend ein Produkt gezeigt, das viele in der Branche nicht erwartet hatten: eine eigene Wärmepumpe. Sven Albersmeier-Braun, Vice President Sales Central Europe bei Sigenergy, stellte das Gerät namens SigenFlux im Gespräch mit Igor Lang, Geschäftsführer von Evergreen Energiesysteme, als logische Konsequenz einer langen Rückmeldung aus der Installateurspraxis vor: Warum lässt sich eigentlich nicht das gesamte Gebäude — Strom und Wärme — aus einem einzigen System heraus steuern?

Das Problem mit Wärmepumpen im vernetzten Haus

Wer heute eine Photovoltaikanlage mit Speicher und Wärmepumpe kombiniert, arbeitet in der Regel mit mindestens zwei getrennten Steuersystemen. Die Wärmepumpe kommuniziert über ihr eigenes Protokoll — SG-Ready, Modbus, CAN, oder proprietäre Lösungen —, das Home-Energy-Management-System des Speichers kennt die Wärmepumpe bestenfalls als schaltbare Last, selten als aktiv integrierten Verbraucher.

In der Praxis bedeutet das: Die Optimierungspotenziale bleiben oft ungenutzt. Die Wärmepumpe läuft nach ihrem eigenen Zeitplan, nicht koordiniert mit dem Ladestand des Speichers, dem aktuellen Strombörsenpreis oder der prognostizierten Solarproduktion des nächsten Tages. Wer am Day-Ahead-Markt teilnimmt oder seinen Eigenverbrauch wirklich maximieren will, stößt hier schnell an Grenzen.

Was Sigenergy mit der SigenFlux anders machen will

Mit der SigenFlux bringt Sigenergy eine Wärmepumpe auf den Markt, die von Grund auf für die Integration in das eigene System entwickelt wurde. Albersmeier-Braun formulierte es direkt: Die Steuerungsmöglichkeiten werden besser sein als bei jeder anderen Wärmepumpe — weil die Kommunikation nicht über externe Protokollbrücken laufen muss, sondern nativ in die mySigen-App 4.0 und den neuen Sigen AI Agent eingebunden ist.

Das bedeutet konkret: Die KI-gestützte Steuerung, die bisher die Speicherentladung und den Stromhandel optimiert hat, kann künftig auch die Wärmeproduktion einbeziehen. Wann die Wärmepumpe läuft, wie viel Puffer sie aufbaut, ob sie bei niedrigen Day-Ahead-Preisen vorheizt — das alles soll das System eigenständig steuern, ohne dass der Nutzer manuell eingreift.

Das Außengerät mit integrierter Hydraulikeinheit und einem kleinen Wasserpuffer ist für 12 und 18 kW Heizleistung geplant, nach Herstellerangaben. Zusätzlich soll ein externer Standspeicher verfügbar sein. Die vollständigen technischen Datenblätter lagen auf der Intersolar noch nicht vor — Sigenergy hält Details bewusst zurück, um dem Wettbewerb keinen Vorsprung zu verschaffen. 

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Marktstart und Pilotprojekte

Die SigenFlux soll ebenfalls gegen Ende 2026 verfügbar sein, zeitgleich mit dem SigenStor Neo und der neuen AC-Wallbox. Evergreen Energiesysteme plant ein Pilotprojekt — wer Interesse hat, kann sich direkt melden.

Warum dieser Schritt strategisch konsequent ist

Sigenergy hat in den vergangenen Jahren ein Energiesystem aufgebaut, das Photovoltaik, Batteriespeicher, Wechselrichter und Ladeinfrastruktur unter einer einzigen Steuerungsplattform zusammenfasst. Die Wärmepumpe war die einzige relevante Gebäudekomponente, die bisher außen vor blieb. Mit der SigenFlux schließt das Unternehmen diese Lücke — nicht durch Integration eines Fremdgeräts, sondern durch eine Eigenentwicklung.

Aus wirtschaftlicher Sicht ist das relevant: Wärmepumpen machen je nach Gebäude 40 bis 60 Prozent des Gesamtstromverbrauchs aus. Wer diesen Verbrauch nicht intelligent steuert, verschenkt einen erheblichen Teil des Optimierungspotenzials, das ein modernes Energiesystem bieten könnte. Ein System, das Strom- und Wärmeenergie gemeinsam managt, kann dieses Potenzial tatsächlich heben — und das ist das Versprechen, das Sigenergy mit der SigenFlux einlösen will.

Evergreen Energiesysteme hat mittlerweile über 600 Sigenergy-Anlagen gebaut. Die Erfahrung zeigt, dass die Qualität der Systemintegration entscheidend für die Kundenzufriedenheit ist. Wie gut die SigenFlux diesen Anspruch im Alltag erfüllt, werden die Pilotprojekte ab Ende 2026 zeigen.

Das Interview entstand auf der Intersolar in München. Kameramann und Schnitt: Lacel Carson.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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