SMA Sunny Tripower Hybrid X: Neue Wechselrichter-Generation für dreiphasige Hybridanlagen

Mit dem Sunny Tripower Hybrid X bringt SMA auf der Intersolar 2026 eine komplett neue Wechselrichter-Familie für dreiphasige Hybridanlagen im Heim- und Small-Commercial-Bereich auf den Markt. Mirko Schlummer, Produktmanager für Home and Business Solutions bei SMA, stellte das Portfolio auf dem Messestand vor. Zwei Baureihen decken künftig einen Leistungsbereich von 5 bis 30 kW ab und ersetzen die bisherige Systemlogik durch eine Plattform mit deutlich mehr Spielraum bei Auslegung und Skalierung.

Zwei Leistungsklassen, eine Plattform

Der Sunny Tripower Hybrid X kommt in zwei Bauformen: eine kompaktere Variante von 5 bis 15 kW für kleinere und mittlere Eigenheime sowie eine größere Ausführung von 20 bis 30 kW für größere Wohngebäude. Beide laufen auf der neuen NXOS-Plattform von SMA und bringen einen integrierten System-Manager mit. Ein separater Sunny Home Manager entfällt damit für den Anlagenaufbau.

Diese Integration hat einen praktischen Effekt: Bis zu fünf Hybridwechselrichter lassen sich parallel in einer Anlage mit gemeinsamer Batterie betreiben. Bei fünf Geräten der großen Baureihe ergibt das bis zu 150 kW – ein Bereich, der über den klassischen Wohnhausbedarf hinausgeht, aber mit denselben Komponenten realisiert wird wie eine kleine Heimanlage.

MPP-Tracker und Batterieanschluss im Detail

Die kleinere Baureihe verfügt über drei unabhängige MPP-Tracker plus einen separaten Batterieeingang. Die Eingangsspannung beginnt bei 90 Volt, wodurch sich auch kurze Strings mit nur drei Modulen realisieren lassen – ein Vorteil bei verschatteten Dächern oder ungewöhnlichen Dachflächen. Die größere Baureihe bietet vier MPP-Tracker mit je zwei Strings sowie ebenfalls einen eigenen Batterieeingang mit 50 Ampere Ladestrom.

Der Batterieeingang der kleinen Variante arbeitet mit 80 Volt. In Kombination mit dem SMA Home Storage lässt sich damit bereits ein Einstiegssystem mit einem Modul zu 3,28 Kilowattstunden aufbauen.

Speicher: SMA Home Storage und neu SMA Storage M

Jedes Batteriemodul des SMA Home Storage wiegt rund 36 Kilogramm und liefert etwa 4,1 Kilowattstunden. Die Module lassen sich stecken, ein Turm benötigt mindestens drei Module plus BMS – das entspricht 12,3 Kilowattstunden Mindestkapazität.

Neu im Portfolio ist der SMA Storage M, kompatibel mit beiden neuen Wechselrichtern. In der größten gezeigten Ausbaustufe von rund 180 Zentimetern Höhe kommt er auf etwa 49 Kilowattstunden, die kleinste Variante mit drei Modulen liegt bei 12 Kilowattstunden. Der Speicher ist mit Schutzklasse IP66 outdoorfähig und lädt beziehungsweise entlädt laut SMA auch bei Temperaturen bis minus 20 Grad – für Standorte ohne Kellerraum oder Technikraum also eine Option, die bisher gefehlt hat.

SMA Backup: Ersatzstrom ohne laufende Kosten

Für den Ausfallfall bringt SMA mit dem SMA Backup eine externe Umschalteinrichtung, die mit beiden neuen Wechselrichtern zusammenarbeitet. Sie lässt sich für 3 x 63 Ampere auslegen, wodurch Zählerschränke mit SLS35 oder SLS50 passen und sich das gesamte Gebäude durch das Backup-Modul führen lässt – nicht nur einzelne Stromkreise.

Die verbauten Schütze sind im Netzbetrieb stromlos geschaltet und ziehen dabei 0 Watt. Wer die Ersatzstromfunktion vorhält, zahlt also im Normalbetrieb nicht dafür mit. Weil die Einheit extern sitzt, lassen sich zudem bis zu drei Hybridwechselrichter gemeinsam im Backup-Betrieb fahren, um bei größeren Lasten ein stabiles Inselnetz aufzubauen.

Wallbox und die Frage nach bidirektionalem Laden

Bei AC-Ladelösungen setzt SMA seit knapp zwei Jahren auf den SMA iCharger, wahlweise einphasig mit 11 kW oder dreiphasig mit 22 kW. Für bidirektionales Laden ist die Wallbox hardwareseitig vorbereitet, die nötigen Protokolle sind bereits integriert. Ein Marktstart hängt laut Schlummer aber noch an zwei Punkten: der Regulatorik und der Freigabe durch die Fahrzeughersteller. Solange sich daraus kein belastbarer Business Case für Endkunden ergibt, bleibt das Thema bei SMA in der Warteschleife.

Einordnung für Hausbesitzer und Betriebe

Für Bauherren und Bestandsanlagenbetreiber verschiebt sich mit dem neuen Portfolio vor allem eines: die Anlagenplanung wird flexibler, weil sich Wechselrichter, Speicher und Backup-Lösung unabhängig voneinander in mehreren Größenstufen kombinieren lassen. Wer heute mit 15 kW plant und später erweitert, ist nicht auf einen Komponententausch angewiesen, sondern kann zusätzliche Wechselrichter parallel schalten.

Dazu kommt der neue SMA Energy Maximizer als Energiemanagement-System, das dynamische Stromtarife und die Batteriealterung (SOH) in die Steuerung einbezieht. Das Ziel ist nicht allein ein hoher Eigenverbrauchsanteil, sondern eine Kostenoptimierung über den gesamten Tagesverlauf. SMA verweist zudem auf Serverstandorte und Softwareentwicklung in Deutschland sowie Produktionsstätten in Niestetal und bei der Tochtergesellschaft in Polen – Argumente, die bei der Anbieterwahl neben der reinen Technik eine Rolle spielen können.

Ob sich die neue Wechselrichter-Generation am Markt gegen etablierte Alternativen durchsetzt, wird sich mit der Marktverfügbarkeit zeigen. Die technischen Eckdaten – von der niedrigen Eingangsspannung bis zur stromlosen Backup-Lösung – sprechen aber für ein Portfolio, das gezielt auf die Praxisanforderungen größerer Eigenheime und kleiner Gewerbebetriebe zugeschnitten ist.

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