Leichte Photovoltaik-Module: Wenn das Dach die Entscheidung trifft

Viele Gewerbebetriebe und Immobilieneigentümer wollen Photovoltaik – scheitern aber genau dort, wo die Entscheidung fällt: am Dach. Nicht am Budget, nicht am Willen, nicht an der Wirtschaftlichkeit. Sondern an der Statik. Leichte Photovoltaik-Module lösen genau dieses Problem – und zwar zunehmend im gewerblichen Großmaßstab.

Warum herkömmliche PV-Anlagen an vielen Dächern scheitern

Ein Glasmodul für Photovoltaik wiegt rund 22 Kilogramm. Dazu kommt die Unterkonstruktion, dazu kommen Beschwerungselemente wie Betonsteine, die vor allem bei Flachdächern oder Foliendächern die nötige Haltekraft liefern sollen. Für viele Dächer – insbesondere ältere Industriehallen, Lagerflächen oder Leichtbaukonstruktionen – ist diese Last schlicht zu viel.

Das Autohaus J. Knells GmbH aus der Region kennt dieses Problem aus eigener Erfahrung. Geschäftsführer Johannes Knells wollte die hohen Stromkosten des Betriebs senken und unabhängiger vom Stromanbieter werden. Die Ausgangslage: ein Foliendach, das die Statikanforderungen einer klassischen PV-Aufständerung mit Betonballastierung nicht erfüllte. Mehrere Anbieter sahen darin schlicht ein Ausschlusskriterium.

Evergreen Energiesysteme sah darin eine lösbare Aufgabe.

Was leichte Photovoltaik-Module technisch leisten

Leichte Photovoltaik-Module – auch als Leichtbaumodule bezeichnet – sind speziell für dachlastbeschränkte Gebäude entwickelt worden. Das Kernmerkmal: Das Modul selbst wiegt lediglich rund 5 Kilogramm statt der üblichen 22 Kilogramm bei Glasmodulen.

Gregor Gnida, Leiter des Privatkundenvertriebs bei der Osnatech GmbH aus Bissendorf, erklärt das Prinzip: „Bei dachlastbeschränkten Dächern haben wir so die Möglichkeit, Photovoltaik auf das Dach zu montieren, ohne dass das Dach aufgebockt oder ertüchtigt werden muss.“

Die aktuell im Markt befindliche zweite Generation der Module – etwa das Dendellation-Modul von Euronogy – erreicht eine Leistung von 420 Watt bei einem Gewicht von 5,2 Kilogramm. Das entspricht der Leistungsklasse moderner Glasmodule, bei einem Bruchteil des Gewichts.

 

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Technologischer Aufbau

Der Schichtenaufbau unterscheidet sich grundlegend von konventionellen Modulen:

    • Frontsheet aus Kunststoff statt Glas

    • Ultimate IBC-Zelle – eine Eigenentwicklung des Herstellers, intern produziert

    • Isolationsschicht zwischen Zelle und Rückseite

    • Vollflächige Kupferschicht als elektrischer Träger

Gerade die Kupferschicht ist technisch bedeutsam: Bei herkömmlichen Modulen verbindet ein Aluminiumband die Zellen – bricht eine, fällt der gesamte Verbund aus. Bei der Kupferschichttechnologie fließt die Energie schlicht um defekte Stellen herum. Microcracks oder Hotspots beeinträchtigen die Gesamtleistung dadurch deutlich weniger.

Klebemodule: Sonderlösung mit Regeln

Die Montage leichter Photovoltaik-Module erfolgt in vielen Fällen über Klebebefestigung – nicht direkt auf die Dachhaut, sondern auf eine vorbereitete Unterkonstruktion. Dieser Unterschied ist entscheidend.

Gnida dazu klar: „Direktverklebung ist nicht gut fürs Modul.“ Ohne Hinterlüftung entstehe Kondenswasserbildung unter dem Modul, Feuchtigkeit könne eindringen, Hotspots könnten sich bilden. Eine Unterkonstruktion – im Idealfall aus Aluminium – sichert Belüftung, schützt das Modul und steigert durch Kühlwirkung sogar die Leistung.

Für die Klebegewährleistung gelten definierte Montagebedingungen:

    • Außentemperatur über 5 Grad Celsius

    • Außenluftfeuchtigkeit unter 75 Prozent

    • Dokumentierte Messung und Protokollierung

Werden diese Bedingungen eingehalten, gilt die zehnjährige Klebegewährleistung des Klebepartners. Die Produktgarantie liegt bei 15 Jahren, die Leistungsgarantie bei 25 Jahren – ein im Leichtbausegment überdurchschnittlicher Wert, da viele Wettbewerber lediglich 5 bis 10 Jahre garantieren.

Fassade als Montageort: Neue Anwendungsfelder

Leichte Photovoltaik-Module erschließen neben dachlastbeschränkten Gebäuden ein weiteres Anwendungsfeld: die Gebäudefassade. Mittels Aluminiumprofil werden die Module als vorgehängte Fassade installiert – baurechtlich klarer einzustufen als eine Direktverklebung an der Fassadenfläche.

Besonders interessant: Farbige Modulvarianten, die auf Wunsch in beliebigen RAL-Tönen gefertigt werden, ermöglichen eine Photovoltaik-Integration auch an denkmalgeschützten Gebäuden. Die Farbgebung passt sich der Fassade an – bei entsprechend reduzierter Leistung. Ein orangefarbenes Modul erreicht etwa 310 Watt gegenüber 420 Watt beim schwarzen Pendant.

Praxisbeispiel: Autohaus mit Foliendach

Das Autohaus Knellz steht exemplarisch für einen häufigen Anwendungsfall: Gewerbebetrieb, hoher Eigenstromverbrauch, schwieriges Dach. Nachdem klassische PV-Lösungen an der Statik gescheitert waren, übernahm Evergreen Energiesysteme die Planung – inklusive ausführlicher Beratung durch Herrn Lang, der laut Geschäftsführer Knells „unser Problemdach nicht so ein Problem gemacht hat, sondern eine vernünftige Lösung gefunden hat.“

Das Ergebnis: eine funktionsfähige PV-Anlage auf einem Dach, das nach konventioneller Einschätzung nicht für Photovoltaik geeignet gewesen wäre.

Wirtschaftliche Einordnung

Langfristig betrachtet verändert sich die Rechnung für Gebäudeeigentümer mit dachlastbeschränkten Flächen fundamental. Die Alternative zu leichten Photovoltaik-Modulen ist häufig keine günstigere Lösung, sondern eine teurere: Dachsanierung, statische Ertüchtigung, dann erst die Anlage. Wer stattdessen von Beginn an auf leichte Module setzt, spart den Aufwand für die Dachertüchtigung – und erhält trotzdem eine vollwertige Photovoltaiklösung.

Für Unternehmen mit hohem Eigenverbrauch, wie Autohäuser, Produktionsbetriebe oder Logistikunternehmen, ergibt sich daraus ein wirtschaftlich relevanter Vorteil: Die Anlage zahlt sich schneller amortisiert, wenn kein Vorlaufaufwand für bauliche Maßnahmen anfällt.

Fazit: Leichte Module – schwere Entscheidung war gestern

Leichte Photovoltaik-Module sind keine Kompromisslösung. Sie sind eine technische Weiterentwicklung, die gezielt dort ansetzt, wo herkömmliche Systeme scheitern: an der Dachlast. Mit Leistungswerten auf dem Niveau von Glasmodulen, einer robusten Kupferschichttechnologie und klar definierten Montagestandards sind sie eine ernsthafte Option – für Gewerbebetriebe mit schwierigem Dach ebenso wie für Immobilieneigentümer, die bislang keine Möglichkeit zur PV-Nutzung gesehen haben.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass der Marktanteil leichter Module im gewerblichen Segment weiter wächst – nicht zuletzt, weil der Gebäudebestand in Deutschland viele Dächer umfasst, die für klassische Photovoltaik schlicht nicht ausgelegt sind.

Weiterführende Informationen: Leichte Solarmodule fürs Dach

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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