Grüne fordern Wärmepumpenoffensive: Zukunftstechnologie sichern, Arbeitsplätze stärken, Klimaziele erreichen

Die Wärmewende in Deutschland steht am Scheideweg. Während die Wärmepumpe längst zur Schlüsseltechnologie im klimapolitischen Umbau des Gebäudesektors avanciert ist, droht der deutschen Industrie aufgrund politischer Unklarheiten ein empfindlicher Rückschlag. Die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat nun mit einem umfassenden Antrag auf eine Wärmepumpenoffensive reagiert – und fordert klare Signale, langfristige Planungssicherheit und eine konsequente Industriepolitik zugunsten heimischer Wertschöpfung.

Technologischer Vorsprung in Gefahr

Deutschland gilt weltweit als Innovationsführer bei Wärmepumpentechnologie – insbesondere bei Luft-Wasser-Systemen sowie bei industriellen Großwärmepumpen. Ob in Helsinki, Esbjerg oder in deutschen Fernwärmenetzen: Made in Germany ist ein Qualitätssiegel. Doch diese Position gerät ins Wanken. Grund ist vor allem die zögerliche Haltung der Bundesregierung beim Gebäudeenergiegesetz (GEG) und den zugehörigen Förderinstrumenten. Diese Unentschlossenheit verunsichert Verbraucher, hemmt Investitionen und droht, den bisherigen Markterfolg auszubremsen.

Wärmepumpenmarkt wächst – aber nicht schnell genug

Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden in Deutschland 139.000 Wärmepumpen verkauft – ein starkes Zeichen für die Marktdynamik. Doch angesichts der ambitionierten Klimaziele und der Transformation des Heizungsmarkts reicht das nicht aus. Die Grünen setzen daher auf einen klar strukturierten Fahrplan: Ziel sind 500.000 neu installierte Wärmepumpen pro Jahr. Hierfür braucht es sowohl verlässliche Förderung als auch die Ausbildung von jährlich rund 21.000 Fachkräften.

Fünf Forderungen für eine starke Wärmepumpenstrategie

Der Antrag der Grünen umfasst ein umfassendes Maßnahmenpaket:

  1. Beibehaltung der 65-Prozent-Regel im GEG
    Der Mindestanteil erneuerbarer Energien bei neuen Heizsystemen soll erhalten bleiben. Nur so kann der Heizungsmarkt konsequent auf klimafreundliche Lösungen umgestellt werden.
  2. Nationale Wärmepumpenstrategie
    Eine industriepolitische Offensive mit Marktanreizen, Forschungsförderung und konkreten Ausbauzielen soll Deutschland als Technologieführer absichern.
  3. Wiedereinführung des Aufbauprogramms Wärmepumpe
    Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sollen jährlich tausende neue Installateure qualifiziert und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse beschleunigt werden.
  4. Sozial gestaffelte Förderung ausweiten
    Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll nicht nur ausgebaut, sondern auch stärker auf einkommensschwächere Haushalte zugeschnitten werden.
  5. Stromsteuer senken
    Eine Reduktion auf das europäische Mindestmaß würde Wärmepumpen im Betrieb deutlich günstiger machen – ein wirtschaftlicher Anreiz für Millionen Haushalte.

Warum jetzt gehandelt werden muss

Die Grünen verweisen auf das Schicksal der europäischen Solarindustrie: Einst führend, wurde sie durch chinesische Subventionen und mangelnde politische Unterstützung zerschlagen – allein in Deutschland gingen rund 80.000 Arbeitsplätze verloren. Ein vergleichbares Szenario droht nun bei der Wärmepumpe. Um das zu verhindern, müssen Politik, Industrie und Handwerk gemeinsam an einem Strang ziehen.

Die Wärmepumpe ist nicht nur eine Antwort auf steigende Energiepreise und fossile Abhängigkeit, sondern auch ein Garant für industrielle Wertschöpfung und soziale Wärme. Damit Deutschland seinen technologischen Vorsprung nicht verliert, braucht es jetzt klare Weichenstellungen und den politischen Mut zur Wärmepumpenoffensive.

Interne Verlinkung:
Mehr zur Funktionsweise von Wärmepumpen und Fördermöglichkeiten der BEG finden Sie auf unserer Themenseite: Wärmepumpen verstehen und richtig fördern lassen.

Externe Quelle:
Detaillierte Einblicke zur Branche liefert die Branchenstudie des BWP (Bundesverband Wärmepumpe).

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

Klaus-Martin Meyer, Onlinemarketing Magier, Bad Iburg

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