Die Energiewende beginnt auf dem eigenen Dach – das zeigt die Region Hannover mit ihrer überarbeiteten Dach-Solar-Richtlinie, die seit Januar 2026 gilt. Ziel ist es, große Dachflächen auf Nicht-Wohngebäuden wie Schulen, Gewerbeimmobilien oder Vereinsgebäuden intensiver für den Klimaschutz zu nutzen. Das neue Förderpaket verspricht kräftige Zuschüsse: Bis zu 200.000 Euro Förderung sind nun möglich – viermal so viel wie bisher.
Kern der überarbeiteten Richtlinie ist die Kombination von Photovoltaik und Dachdämmung (z.B. bei Dachsanierung). Während bislang nur die Dämmung gefördert wurde, ist nun auch die Solartechnik selbst Teil des Förderprogramms. Besonders lohnenswert wird die Installation dann, wenn Gebäudeeigentümer*innen mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Minimum an PV-Fläche installieren. Laut Gebäudeenergiegesetz müssen ab 2025 bei Dachsanierungen mindestens 50 % der geeigneten Fläche mit Photovoltaik belegt werden.
„Mit der neuen Förderung setzen wir einen klaren Anreiz, weit über diese Pflicht hinauszugehen“, erklärt Jens Palandt, Klimadezernent der Region Hannover. Großflächige PV-Anlagen seien ein entscheidender Hebel für die regionale Energiewende – besonders in Kombination mit moderner Wärmedämmung, die den Energieverbrauch der Gebäude signifikant senke.
Was wird gefördert?
Die Förderung orientiert sich an der zusätzlich installierten PV-Fläche über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinaus:
- 150 Euro pro Quadratmeter zusätzlicher Photovoltaikfläche
- 50 Euro pro Quadratmeter Dachdämmung, bis zu 80 % des PV-Zuschusses
Beispiel: Wer auf einem Flachdach zusätzliche 400 m² Photovoltaik installiert, kann dafür 60.000 Euro PV-Förderung erhalten – und zusätzlich 48.000 Euro für die Dachdämmung. Damit wird eine umfassende Dachsanierung nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.
Wer kann einen Antrag stellen?
Die Dach-Solar-Förderung steht einer breiten Zielgruppe offen:
- Privatpersonen
- Wohnungseigentümergemeinschaften
- Unternehmen
- Kommunen
- Vereine und gemeinnützige Organisationen
Zudem lässt sich die Förderung mit anderen Programmen kombinieren, was sie besonders für größere Bauvorhaben interessant macht.
Beratung und Antragstellung
Die Region Hannover bietet umfassende Unterstützung bei der Antragstellung. Unter www.hannover.de/solaroffensive finden Interessierte:
- einen interaktiven PV-Förderrechner
- die aktuellen Antragsunterlagen
- eine ausführliche Förderrichtlinie
- eine Hotline für individuelle Beratung
Klimaschutz mit messbarem Effekt
Die Dach-Solar-Richtlinie zeigt bereits seit 2020 Wirkung. Über 1.300 Anträge wurden seitdem bewilligt. Das bislang freigegebene Fördervolumen beläuft sich auf rund 12 Millionen Euro allein für Dämmmaßnahmen. Mit den umgesetzten Projekten konnten jährlich etwa 9.500 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Auch wirtschaftlich ist das Programm ein Erfolg: 2025 flossen rund 3 Millionen Euro Fördermittel, die Investitionen in Höhe von 40 Millionen Euro auslösten. Regionale Handwerksbetriebe profitieren dabei besonders, denn viele Aufträge bleiben vor Ort.
Fazit:
Die neue Dach-Solar-Richtlinie der Region Hannover ist ein starkes Signal für klimafreundliches Bauen. Sie motiviert Eigentümer*innen, über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus zu investieren – mit klaren Vorteilen für Umwelt, Wirtschaft und den eigenen Geldbeutel.





