Der Landkreis Osterholz geht mit gutem Beispiel voran: In einer Zeit, in der der Klimaschutz nicht mehr nur Zukunftsvision, sondern konkrete Gegenwart ist, setzt die Kreisverwaltung auf nachhaltige Energiegewinnung durch Photovoltaik (PV). Ziel ist es, möglichst viele Dächer kreiseigener Gebäude mit Solaranlagen auszustatten – und der eingeschlagene Kurs zeigt bereits eindrucksvolle Ergebnisse.
Solarpotenzial konsequent genutzt
Seit 2013 wurden sukzessive PV-Anlagen auf öffentlichen Liegenschaften installiert. Angefangen bei der Sporthalle der Pestalozzischule mit knapp 30 kWp, folgten weitere Installationen auf Berufsschulen, Gesamtschulen und Verwaltungsgebäuden. Der Ausbau nahm dabei zuletzt deutlich Fahrt auf: Allein 2024 wurden neue Anlagen auf dem Gymnasium Lilienthal und dem Kreishaus II mit zusammen über 126 kWp in Betrieb genommen.
Im kommenden Jahr 2025 steht eine regelrechte PV-Offensive bevor. Geplant sind unter anderem Anlagen auf dem Gymnasium Osterholz-Scharmbeck, der IGS Lilienthal (Außenstelle Grasberg) und insbesondere den Neubauten der Berufsbildenden Schulen. Letztere bringen mit 254 kWp den größten Einzelanteil in das Gesamtportfolio. Damit erreicht der Landkreis bis Ende 2025 eine kumulierte Bruttoleistung von rund 550 kWp – ein starkes Signal für den dezentralen Klimaschutz.
Lokaler Strom für lokale Zwecke
Ein entscheidendes Merkmal des Osterholzer PV-Programms ist der Fokus auf Eigenverbrauch. Wo immer möglich, wird der erzeugte Solarstrom direkt vor Ort genutzt – beispielsweise für die Beleuchtung, Lüftung oder Heizung in den Schulgebäuden. Dadurch sinkt der Bedarf an externer Netzstromversorgung signifikant. Im Jahr 2024 wurden etwa 69 % des erzeugten Stroms unmittelbar in den jeweiligen Liegenschaften verbraucht. Das spart nicht nur Geld, sondern reduziert gleichzeitig den CO₂-Ausstoß spürbar.
Klimabilanz, die sich sehen lassen kann
Bereits im laufenden Jahr 2024 konnten durch den selbst erzeugten Solarstrom rund 41,6 Tonnen CO₂ eingespart werden – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 30 Einfamilienhäusern. Für das kommende Jahr wird sogar mit einer Verdopplung der CO₂-Einsparungen gerechnet. Dieser Fortschritt zeigt, dass die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien im kommunalen Bereich nicht nur ein ökologisches Muss, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Ausblick: Noch mehr Solar aufs Dach
Die Vision des Landkreises geht weiter: In Planung befinden sich bereits weitere PV-Anlagen auf der Kreisstraßenmeisterei, der feuerwehrtechnischen Zentrale und einer neuen Pflegeeinrichtung am Kreiskrankenhaus. Damit wird nicht nur das Potenzial öffentlicher Dächer ausgeschöpft, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Energiewende auf regionaler Ebene abgegeben.
Fazit: Vorbild für andere Kommunen
Was der Landkreis Osterholz derzeit vormacht, darf als Blaupause für viele andere Regionen verstanden werden. Durch kluge Planung, langfristige Strategie und transparente Dokumentation – etwa im jährlichen Energiebericht – wird greifbar, wie der Weg zur Klimaneutralität vor Ort gestaltet werden kann. Wer nachhaltige Transformation ernst nimmt, findet hier ein praktisches Beispiel mit Strahlkraft.
Auch intressant für Leser aus der Region: Wärmepumpe Bremen, Bremer Solartage





