Landwirtschaft in Solarparks: Neue Studie zeigt großes Potenzial für PV-Freiflächenanlagen

Der Ausbau von PV-Freiflächenanlagen gilt als zentraler Baustein der Energiewende. Gleichzeitig wird häufig diskutiert, ob große Solarparks landwirtschaftliche Flächen verdrängen. Ein aktueller Forschungsbericht des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) zeigt nun ein differenzierteres Bild: Landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromproduktion können sich sinnvoll ergänzen.

Die Untersuchung belegt, dass Solarparks nicht nur Energie liefern, sondern auch als produktives Grünland genutzt werden können – etwa für die Beweidung durch Schafe oder Rinder. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für Landwirte, Projektentwickler und Flächeneigentümer.


Solarparks als landwirtschaftliche Nutzfläche

Deutschland verfolgt ambitionierte Ziele beim Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik. Viele neue Anlagen entstehen zwangsläufig auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Kritiker befürchten daher Nutzungskonflikte.

Die neuen Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass diese Sorge oft unbegründet ist. Solarparks können weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, insbesondere als extensives Grünland. Die Vegetation zwischen und unter den Modulreihen eignet sich in vielen Fällen für eine regelmäßige Beweidung.

Für Betreiber von Solarparks hat das praktische Vorteile:

  • Die Flächenpflege kann durch Weidetiere erfolgen
  • Landwirte erhalten zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten
  • Der ökologische Wert der Anlagen steigt

Gerade im Kontext nachhaltiger Energieprojekte wird diese Kombination aus Energieerzeugung, Landwirtschaft und Naturschutz zunehmend relevant.


Wissenschaftliche Analyse der Biomasse in PV-Freiflächenanlagen

Das Forschungsprojekt wurde von Wissenschaftlern der Universität Göttingen und der Universität zu Köln durchgeführt. Über einen Zeitraum von 18 Monaten untersuchten sie verschiedene Solarparks in Deutschland.

Im Mittelpunkt standen mehrere Fragestellungen:

  • Welche Pflanzenarten wachsen in Solarparks?
  • Wie verteilt sich die Vegetation unter und zwischen den Modulreihen?
  • Welche Nährstoffqualität hat die Biomasse?
  • Wie verhalten sich Weidetiere in solchen Anlagen?

Zur Datenerhebung kam moderne LiDAR-Lasertechnologie zum Einsatz. Mithilfe mobiler Scanner und Drohnen konnte der Pflanzenaufwuchs in den Anlagen präzise vermessen werden – selbst unter den Solarmodulen.

Diese Methodik ermöglichte erstmals eine quantitative Analyse der Biomasse in PV-Freiflächenanlagen.


Überraschende Ergebnisse zur Vegetation im Solarpark

Die Ergebnisse der Studie liefern mehrere interessante Erkenntnisse.

Erstens zeigte sich, dass die Vegetation in Solarparks ausreichend Nährstoffe für Weidetiere enthält. Damit eignet sich das Grünland grundsätzlich für die Beweidung mit Schafen oder Rindern.

Zweitens unterscheiden sich die Pflanzenstandorte innerhalb der Anlagen deutlich:

  • Unter den Modulen: höhere Artenvielfalt und mehr Proteingehalt
  • Zwischen den Modulreihen: größere Biomassemenge

Diese unterschiedlichen Wachstumsbedingungen entstehen durch variierende Lichtverhältnisse und Mikroklimata.

Für die landwirtschaftliche Nutzung bedeutet das: Solarparks können eine vielfältige und qualitativ hochwertige Futterbasis bieten.


Vorteile für Tierhaltung und Klimaanpassung

Ein weiterer spannender Aspekt betrifft das Verhalten der Tiere in Solarparks.

Die Studie beobachtete Schafherden auf verschiedenen Anlagen. Dabei zeigte sich ein klarer Trend: Bei hohen Temperaturen suchen die Tiere verstärkt den Schatten der Solarmodule auf.

Das bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Schutz vor starker Sonneneinstrahlung
  • geringerer Hitzestress für Tiere
  • bessere Weidebedingungen im Sommer

Gerade im Kontext zunehmender Klimawandelfolgen und häufiger Hitzewellen könnte dieser Effekt künftig eine größere Rolle spielen.

Solarparks bieten damit nicht nur Energie, sondern auch klimatisch stabilere Weideflächen.


Landwirtschaftliche Nutzung von Solarparks stärker anerkennen

Auf Basis der Ergebnisse empfiehlt der bne, die Bewirtschaftung von Solarparkflächen stärker im landwirtschaftlichen Kontext zu betrachten.

Bisher wird häufig nur Agri-PV – also die gleichzeitige Nutzung für Landwirtschaft und Stromproduktion auf derselben Fläche – politisch diskutiert. Doch auch klassische PV-Freiflächenanlagen mit extensiver Grünlandnutzung können landwirtschaftliche Funktionen erfüllen.

Eine stärkere Anerkennung dieser Flächennutzung könnte:

  • neue Einkommensmöglichkeiten für Landwirte schaffen
  • die Akzeptanz von Solarparks erhöhen
  • ökologische Mehrwerte fördern


Perspektive: Solarparks als multifunktionale Energieflächen

Die Studie zeigt deutlich: Solarparks sind mehr als reine Stromerzeugungsanlagen. Richtig geplant und bewirtschaftet können sie gleichzeitig Energie liefern, Biodiversität fördern und landwirtschaftliche Nutzung ermöglichen.

Für Projektentwickler und Flächeneigentümer eröffnet das neue Möglichkeiten bei der Planung moderner Freiflächen-Photovoltaikprojekte.

👉 Interner Verlinkungsvorschlag:

  • Seite zu PV-Freiflächenanlagen und Projektentwicklung
  • Seite zu Agri-PV und landwirtschaftlicher Doppelnutzung
  • Seite zu Photovoltaik für Gewerbe und Landwirtschaft

Langfristig könnten Solarparks damit zu multifunktionalen Energie- und Landwirtschaftsflächen werden – ein Konzept, das sowohl ökonomisch als auch ökologisch überzeugt.

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