Mit der Kombination aus innovativer Kraft-Wärme-Kopplung (iKWK) und intelligenter Steuerungstechnologie des Fraunhofer IOSB-AST stellt die TWS Thüringer Wärme Service GmbH die Weichen für eine zukunftsorientierte und wirtschaftlich optimierte Wärmeversorgung. An den Standorten Gera-Langenberg und Ohrdruf wird deutlich: Digitalisierung und Sektorenkopplung gehören zusammen, wenn erneuerbare Energien intelligent ins Energiesystem integriert werden sollen.
iKWK als Baustein der Wärmewende
Die innovative Kraft-Wärme-Kopplung geht weit über das klassische BHKW hinaus: Bei der iKWK-Anlage werden Blockheizkraftwerke mit elektrischen Wärmeerzeugern wie Wärmepumpen und Power-to-Heat-Systemen kombiniert. Ergänzt wird das System durch Wärmespeicher, die es ermöglichen, Energie zeitlich flexibel einzusetzen. Das Ergebnis: Eine smarte Verzahnung von Strom- und Wärmeerzeugung mit dem Ziel, volatile erneuerbare Energien effizient zu nutzen – ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmenetze in Thüringen.
Fraunhofer-Software bringt Flexibilität ins Netz
Kernstück der neuen Betriebsführung ist die vom Fraunhofer IOSB-AST entwickelte Optimierungstechnologie „EMS-EDM PROPHET“. Diese erlaubt eine integrierte Planung, die sowohl langfristige Förderbedingungen als auch kurzfristige Marktchancen berücksichtigt. Eine Day-Ahead- und Intraday-Optimierung sorgt dafür, dass sich der Betrieb dynamisch an Strompreissignale anpasst: Wenn Strompreise hoch sind, werden die BHKW zur Stromvermarktung eingesetzt. Bei niedrigen Preisen laufen bevorzugt Wärmepumpen oder Elektrokessel – in beiden Fällen wird der Wärmespeicher als Flexibilitätspuffer genutzt.
Diese intelligente Steuerung sorgt nicht nur für mehr Wirtschaftlichkeit, sondern auch für eine sichere Einhaltung der iKWK-Förderkriterien des BAFA. Dazu zählen etwa ein Mindestanteil von 35 % erneuerbarer Wärme, eine Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe von über 1,25 (ideal: >2) sowie ein besonders niedriger Primärenergiefaktor (<0,2) am Standort Ohrdruf.
Digitalisierung trifft Alltagstauglichkeit
„Die hohe Komplexität des iKWK-Systems wird durch die Fraunhofer-Technologie in ein alltagstaugliches Werkzeug übersetzt“, sagt Steffi Naumann vom Fraunhofer IOSB-AST. Besonders die Fähigkeit, bereits in der täglichen Einsatzplanung langfristige Kennzahlen wie die Jahresarbeitszahl oder den Referenzwärmeanteil mitzusteuern, hebt die Lösung von konventionellen Betriebsführungsmodellen ab.
Für die TWS ist das ein echter Mehrwert. Projektmanager Jakob Högner betont: „Mit dem Einsatz der Fraunhofer-Lösung gelingt es uns, wirtschaftliche Chancen am Strommarkt besser zu nutzen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Anforderungen der iKWK-Förderung zu erfüllen. Das stärkt unsere Wärmenetze nachhaltig – nicht nur in Gera und Ohrdruf, sondern perspektivisch auch in weiteren Regionen Thüringens.“
Zukunftsblick: PV-Anbindung und Marktintegration
Noch befindet sich die Lösung in der Implementierungsphase. Ab 2026 soll sie im Regelbetrieb eingesetzt werden. Darüber hinaus prüfen TWS und Fraunhofer weitere Ausbauoptionen – etwa die Integration der PV-Carport-Anlage in Gera-Langenberg in das Optimierungssystem. Damit könnte auch Solarstrom in die flexible Betriebsstrategie eingebunden werden.
Fazit: iKWK + Intelligenz = Wärmewende made in Thüringen
Die Verbindung aus innovativer Technik, intelligenter Software und regionalem Engagement macht das Projekt der TWS zu einem beispielhaften Modell für die Wärmewende im kommunalen Maßstab. Wer mehr erfahren möchte, hat vom 10. bis 12. Februar 2026 auf der E-world energy & water in Essen (Halle 5 / D126) Gelegenheit, direkt mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen.





