Das Amtsgericht Delbrück (nahe Bielefeld) setzt ein starkes Zeichen für die Energiewende – mit der Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach rückt die Nutzung erneuerbarer Energien ins Zentrum der energetischen Modernisierung. Ergänzt durch Geothermie, moderne Fenster und eine umfassende Dämmung wird das Gerichtsgebäude technisch und funktional zukunftssicher aufgestellt. Ein Plus für Umwelt, Justizbetrieb und Mitarbeitende.
Photovoltaikanlage als Herzstück der energetischen Sanierung
Im Zuge der laufenden Modernisierung wird auf dem Dach des Amtsgerichts Delbrück erstmals eine Photovoltaikanlage installiert. Mit einer erwarteten Stromproduktion von rund 40.000 kWh jährlich leistet sie einen bedeutenden Beitrag zur Eigenversorgung des Gebäudes. Damit wird nicht nur der CO₂-Ausstoß reduziert, sondern auch ein langfristig wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt. Die erzeugte Strommenge entspricht dem Jahresbedarf von etwa zehn durchschnittlichen Haushalten – ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Stromerzeugung im öffentlichen Bauwesen.
Nachhaltige Gebäudetechnik: Geothermie ersetzt fossile Heizsysteme
Neben der PV-Anlage wird auch die Heiztechnik vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt. Zwei Wärmepumpen mit Geothermie ersetzen die bisherige Heizungsanlage. Fünf bis zu 120 Meter tiefe Erdwärmesonden sorgen für eine zuverlässige Wärmeversorgung, selbst bei Störungen – dank doppelter Pumpentechnik. Zusammen mit der neuen Gebäudeleittechnik, die alle energetischen Komponenten intelligent steuert, entsteht ein vernetztes und zukunftsfähiges Gesamtsystem.
Effizienz durch Dämmung, LED und Tageslichtsteuerung
Ein zentrales Element der Sanierung ist die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle. Die Fassaden und das Flachdach werden im Effizienzhaus-Standard EG 55 gedämmt. Zudem werden sämtliche Fenster durch moderne, energieeffiziente Varianten ersetzt – inklusive optimiertem Sonnenschutz. Die Beleuchtung im gesamten Gebäude wird auf LED-Technik mit Präsenz- und Tageslichtsteuerung umgestellt. Dadurch sinkt der Stromverbrauch erheblich, was die Wirkung der PV-Anlage zusätzlich verstärkt.
Neue Räume, digitale Prozesse und moderne Infrastruktur
Auch funktional wird das Gebäude an die Anforderungen einer modernen Justiz angepasst. Der ehemalige Lichthof weicht neuen Büroflächen und Vorführzellen. Die Einrichtung einer Kompaktusanlage ermöglicht eine platzsparende Aktenlagerung und unterstützt die Umstellung auf digitale Aktenführung (E-Akte). Ergänzt wird das Konzept durch einen überdachten Fahrradstellplatz und eine Mitarbeiterdusche, was der nachhaltigen Mobilität zugutekommt.
Sanierung im laufenden Justizbetrieb – ohne Umzug
Trotz umfangreicher Baumaßnahmen bleibt der Betrieb im Amtsgericht Delbrück aufrechterhalten. Durch ein ausgeklügeltes Planungskonzept konnte auf kostenintensive Ausweichflächen verzichtet werden. Mitarbeitende zeigen sich flexibel durch temporäre Raumwechsel oder Homeoffice-Lösungen – ein gelungenes Beispiel für effizientes Bauprojektmanagement im öffentlichen Sektor.
Fazit: Photovoltaik als Symbol für den Wandel
Die Photovoltaikanlage auf dem Amtsgericht Delbrück steht sinnbildlich für die Neuausrichtung der öffentlichen Infrastruktur: klimafreundlich, zukunftssicher und wirtschaftlich. Gemeinsam mit Geothermie, intelligenter Gebäudetechnik und funktionaler Modernisierung entsteht ein Vorzeigeprojekt für nachhaltiges Bauen im Justizbereich.





