Rekordjahr für Wärmepumpen: Marktanteil erstmals bei knapp 50 %
Der deutsche Wärmepumpen-Markt verzeichnete 2025 ein eindrucksvolles Wachstum: Mit 299.000 verkauften Heizungs-Wärmepumpen lag der Absatz satte 55 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit etabliert sich die Wärmepumpe endgültig als zukunftsfähige Heizlösung und erreicht erstmals einen Anteil von fast 50 Prozent an allen neu installierten Wärmeerzeugern in Deutschland.
Dieser beispiellose Aufschwung geht mit einem spürbaren Stimmungswandel in der Bevölkerung einher. Nach einer Phase intensiver politischer Debatten rund ums Heizen überwiegt mittlerweile das Vertrauen in die Technologie – gestützt durch ihre Leistungsfähigkeit und die zunehmende Unsicherheit beim Einsatz fossiler Energien wie Gas und Öl.
Förderlandschaft als zentraler Treiber
Ein wesentliches Element des Erfolgs ist die staatliche Unterstützung. Die Heizungsförderung der KfW – vor allem für Bestandsgebäude – sorgte im Jahr 2025 für über 288.000 Förderzusagen. Das entspricht einem Anstieg von 91 Prozent gegenüber 2024. Damit belohnt der Staat gezielt die energetische Sanierung veralteter Heizsysteme und stärkt gleichzeitig die regionale Wertschöpfung in Handwerk und Mittelstand.
Insbesondere der Mittelstand profitiert von dieser Dynamik. Hersteller und Fachhandwerker haben sich schnell an die gestiegene Nachfrage angepasst – ein Zeichen für die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit der Branche.
Wärmepumpe im Altbau? Kein Problem!
Entgegen mancher Kritik beweist der Markt: Wärmepumpen sind keineswegs nur für Neubauten geeignet. Rund 80 Prozent der neuen Anlagen werden in Bestandsgebäuden installiert – ein klares Signal dafür, dass moderne Wärmepumpentechnologie auch in älteren Immobilien wirtschaftlich und technisch funktioniert.
Dabei dominieren Luft-Wasser-Wärmepumpen mit einem Marktanteil von 95 Prozent. Sie gelten als besonders flexibel und effizient in der Nachrüstung. Erdreich-Wärmepumpen spielen mit 5 Prozent eine untergeordnete Rolle, weisen jedoch in bestimmten Anwendungsfällen Vorteile auf. Zusätzlich wurden 49.500 Warmwasser-Wärmepumpen verkauft – ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Politische Planungssicherheit dringend erforderlich
Trotz aller positiven Zahlen warnt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) vor politischer Unsicherheit. Die Branche sieht in der anstehenden Überarbeitung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ein mögliches Risiko für die Investitionsbereitschaft. Klare, verlässliche Rahmenbedingungen seien unerlässlich, um das aktuelle Marktwachstum zu stabilisieren und weiter auszubauen.
Ein abrupter Kurswechsel hin zu fossilen Heiztechnologien würde nicht nur das Vertrauen der Verbraucher, sondern auch die Planbarkeit für Industrie und Handwerk empfindlich stören. Stattdessen fordert der BWP ein klares Signal zugunsten erneuerbarer Wärme – inklusive einer Fortsetzung der aktuellen Förderpolitik.
Wärmeplanung allein reicht nicht aus
Ein weiteres Thema ist die kommunale Wärmeplanung, die bis 2028 in allen deutschen Kommunen abgeschlossen sein soll. Während sie als Orientierungshilfe dienen kann, kritisiert der BWP die bislang oft vagen und unverbindlichen Aussagen in vielen lokalen Plänen. Ohne flankierende Gesetzgebung auf Bundesebene könne daraus keine belastbare Investitionsgrundlage entstehen.
Fazit: Wärmepumpen bleiben auf Wachstumskurs – wenn die Politik mitspielt
2025 war ein Meilenstein für die Wärmepumpen-Branche. Die Kombination aus technologischer Reife, attraktiver Förderung und wachsendem Bewusstsein für Klimaschutz und Energiesouveränität führte zu einem nie dagewesenen Absatzplus. Damit sich dieser Trend fortsetzt, braucht es jetzt vor allem eins: politische Kontinuität und Verlässlichkeit.
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