Ein breites Bündnis aus über 20 Millionen Mitgliedern erhebt die Stimme: Der Gebäudesektor darf bei der Energiewende nicht ausgebremst werden. Hintergrund ist die Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche, die Förderung für neue Solardächer massiv zu kürzen. Ein Schritt, der nicht nur der Solarbranche schaden würde, sondern auch Verbraucher belastet und die Klimaziele ernsthaft gefährdet.
Die Kraft der Photovoltaik: Wirtschaftlich, bürgernah, akzeptiert
Photovoltaik auf Dächern ist längst kein Nischenprodukt mehr. Sie sorgt durch ihre preisdämpfende Wirkung an der Strombörse für dauerhaft günstige Strompreise – für Unternehmen ebenso wie für private Haushalte. Millionen Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich aktiv am Umbau des Energiesystems und setzen damit ein starkes Signal für dezentrale, bürgergetragene Energiewende. Dass Photovoltaik-Projekte auf Gebäuden in der Bevölkerung hohe Zustimmung genießen, zeigen aktuelle Umfragen eindrucksvoll: Laut einer repräsentativen YouGov-Erhebung im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wünschen sich rund 80 % der Befragten eine Beschleunigung oder zumindest Beibehaltung des Solar-Ausbaus.
Förderkürzungen drohen – mit weitreichenden Folgen
Laut einer Analyse des BSW-Solar, basierend auf Zahlen der Bundesnetzagentur, ist die Nachfrage nach Solardächern bereits um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Und dieser Abwärtstrend dürfte sich verstärken: Sollte die staatliche Förderung tatsächlich gekappt werden, planen nur noch rund 12 % der Hauseigentümer mit geeignetem Dach eine Solaranlage zu installieren. In Mehrfamilienhäusern würde der Ausbau nahezu zum Stillstand kommen.
Für das Klima und die energetische Unabhängigkeit Deutschlands wären das fatale Signale. Statt sich von fossilen Energien zu lösen, würde sich die Abhängigkeit weiter verfestigen – mit allen bekannten Risiken und Kosten.
Breites Verbändebündnis fordert Kurskorrektur
Die Liste der Erstunterzeichner des Appells liest sich wie ein Who’s who der deutschen Wirtschafts- und Zivilgesellschaft: Vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) über die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Haus & Grund, den Deutschen Naturschutzring (DNR), bis hin zum Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) und zahlreichen Branchenverbänden aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Speicher, Contracting und Elektrohandwerk. Ihr gemeinsamer Appell: Der Förderrahmen muss erhalten bleiben – nicht trotz, sondern wegen der aktuellen Herausforderungen.
Anstelle von Kürzungen fordern sie eine gezielte Nachjustierung der Rahmenbedingungen, um einen systemdienlichen und sozialverträglichen Ausbau zu ermöglichen. Besonders im Bereich Mieterstrom, bei gewerblichen Immobilien und Energiegenossenschaften braucht es Planungs- und Investitionssicherheit.
Energiewende braucht Rückenwind – nicht Gegenwind
Gerade jetzt, wo die Energiekosten für viele Haushalte eine Belastung darstellen, wäre ein Rückbau der Photovoltaik-Förderung ein folgenschweres Eigentor. Die Sonne schickt keine Rechnung – aber die falsche Politik schon. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss den Ausbau von Solaranlagen auf Gebäuden stärken, nicht schwächen.
Mit dem Appell senden die Verbände ein klares Signal an die Bundespolitik: Photovoltaik ist keine Randtechnologie, sondern das Rückgrat der Energiewende. Und dieses Rückgrat darf nicht gebrochen werden.
Quelle: Verbände-Appell vom 27.01.2026, veröffentlicht durch den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar)
https://www.solarwirtschaft.de





