Solarpioniere im Rückblick: Die ältesten Photovoltaikanlagen Deutschlands und was wir heute daraus lernen können

Im Zeitalter von Klimakrise und Energiewende ist der Blick zurück oft genauso lehrreich wie der nach vorn. Eine aktuelle Veröffentlichung des Solarenergie Fördervereins Deutschland e.V. (SFV) bringt genau diesen Rückblick ins Licht: Die ältesten noch aktiven Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) Deutschlands liefern seit über 35 Jahren zuverlässig Solarstrom – und sie beweisen damit, wie nachhaltig Solartechnik tatsächlich ist.

Im Herbst 2025 hatte der SFV zur Mitmachaktion aufgerufen: Wer hat die älteste Solaranlage in Deutschland? Zahlreiche Rückmeldungen und Ergänzungen folgten – mit einer kleinen Sensation: Die älteste bekannte, noch aktive Solaranlage stammt aus dem Jahr 1990 und steht in Kreuzau (NRW). Sie wurde im Mai 1990 errichtet – zunächst mit einer Leistung von 1,2 kWp, später erweitert auf 1,6 kWp.

Technik, die (immer noch) begeistert

Damals wie heute war das Herzstück jeder PV-Anlage der Wechselrichter – und der wurde in Kreuzau über die Jahrzehnte lediglich einmal ausgetauscht. Ansonsten läuft das System seit 38 Jahren stabil. Zum Vergleich: Moderne PV-Anlagen bieten heute oft 25 Jahre Garantie auf Module, aber echte Erfahrungswerte über fast vier Jahrzehnte liefern nur wenige Pioniere.

Die Anlage ist ein Musterbeispiel für Langlebigkeit und nachhaltige Investitionen. Während der Strompreis 1990 beim Energieversorger RWE bei etwa 24 Pf/kWh lag, erhielt der Betreiber für den eingespeisten Solarstrom lediglich 6 Pf/kWh. Dennoch konnte die Familie durch konsequente Energiesparmaßnahmen ihren jährlichen Strombedarf auf die erzeugten knapp 1.000 kWh senken. Bereits Anfang der 1990er-Jahre lebten sie damit faktisch energieautark – ein beeindruckender Beweis für die Kombination von PV-Technik und bewusster Lebensweise.

Die Solarpioniere: Netzwerke, Daten, Diplomarbeiten

Besonders spannend ist die Vernetzung der damaligen Betreiber: Paul Pirig (Muldenau), Hermann Knüver (Jülich-Barmen) und Alfred Büsgen (Kreuzau) standen im ständigen Austausch über Ertragsdaten. Noch bevor es Monitoring-Apps und Cloud-Dienste gab, wurde der Solarertrag händisch dokumentiert und miteinander verglichen.

Ein Student der Fachhochschule Köln verfasste 1992 sogar seine Diplomarbeit auf Basis dieser Aufzeichnungen – ein frühes Beispiel für Citizen Science im Bereich der Erneuerbaren Energien. Und obwohl Professoren wie Prof. Alt (FH Aachen) die Daten in Klausuren einsetzten, um zu belegen, „dass Solarenergie nichts bringt“, bewiesen die realen Ergebnisse das Gegenteil.

Von 2 kWp zur 98%-Autarkie

Die Entwicklung der Technologie und der persönliche Weg von Alfred Büsgen verdeutlichen das Potenzial der Solarenergie: 1998 errichtete er ein neues Haus in Bilstein, ausgestattet mit einer 13 kWp PV-Anlage und einem 20 kWh Stromspeicher. Mit einem E-Auto im Alltag schaffte er es 2025, nur 60 kWh aus dem öffentlichen Netz zu beziehen – bei einem Gesamtverbrauch von mehreren Tausend Kilowattstunden. Das entspricht einer Autarkiequote von 98 %.

Seine Bilanz: „Solarenergie kann süchtig machen.“ Und das nicht ohne Grund – denn sie ist wirtschaftlich, zuverlässig und umweltfreundlich.


Was wir heute lernen können

  1. Langlebigkeit lohnt sich: Hochwertige Solartechnik funktioniert über Jahrzehnte hinweg. Wartung und gelegentliche Modernisierungen – wie beim Wechselrichter – genügen oft.
  2. Energie sparen ist Teil der Lösung: Selbst kleine Anlagen können große Wirkung entfalten, wenn sie mit einem bewussten Umgang mit Energie kombiniert werden.
  3. Frühzeitige Investitionen zahlen sich aus: Wer schon vor 30 Jahren auf Solar setzte, lebt heute weitgehend unabhängig von Strompreisschwankungen.
  4. Pioniere inspirieren die Energiewende: Der Mut einzelner hat die Grundlage für die heutige Solarlandschaft in Deutschland geschaffen.


Fazit

Die Geschichten der Solarpioniere von 1990 sind mehr als nur nette Anekdoten. Sie sind ein Beleg für die Zuverlässigkeit, die Wirtschaftlichkeit und die persönliche Relevanz von Photovoltaik. In Zeiten steigender Energiepreise und ökologischer Herausforderungen liefert diese Rückschau nicht nur Inspiration, sondern auch einen klaren Handlungsauftrag: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um selbst Teil der Energiewende zu werden.

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Presse-kontakt: Klaus-Martin Meyer

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